Homophobie

Stell dir mal vor…

wie es wäre, wenn du wegen deiner Homosexualität nicht verurteilt werden würdest, sondern deine Liebe wie jeder Heterosexuelle offen auf die Straße tragen könntest, ohne Angst davor haben zu müssen, Opfer von homophoben Angriffen zu werden.

Stell dir vor, wie es wäre, wenn du keine Panik mehr vor dem „ Coming out“ haben müsstest, weil Homosexualität von der Gesellschaft vollkommen akzeptiert wäre und niemand daran etwas Unnormales sieht. Wie wäre es, wenn dir deine Religion nicht vorschreiben würde, wen du lieben darfst und wen nicht?

In unserer Gesellschaft werden Homosexuelle täglich mit Ausgrenzung, Diskriminierung und gewalttätigen Übergriffe konfrontiert. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene leiden in der Schule oder am Ausbildungsplatz unter homophobem Mobbing. Dies kann die Psyche der betroffenen Jugendlichen soweit zerstören, dass sie ihre eigentliche Sexualität unterdrücken, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Dass hierbei weder der homosexuelle, noch der heterosexuelle Partner glücklich werden, ist offensichtlich. Insbesondere in stark konservativen oder streng religiösen Familien wird es als wichtiger erachtet, dass der „gute Ruf“ erhalten bleibt. Das persönliche Glück des Kindes spielt in diesem Fall keine Rolle. Doch nicht nur das unmittelbare Umfeld unterdrückt und diskriminiert die Betroffenen mit seinen homophoben Ansichten.

Die Bundesärztekammer zur Gewinnung von Blutprodukten, sowie das Robert-Koch-Institut (Berlin) und das Paul-Ehrlich-Institut (Langen) haben „ Risikogruppen“ bestimmt, die u.A. auch Homo-und Bisexuelle Männer von der Blutspende ausschließen. Grund dafür ist die Annahme, dass homosexuelle Männer sich über die Bedeutung von „ Safer Sex“ nicht im Klaren sind und daher ein erhöhtes Risiko haben, HIV positiv zu sein. Das nur 1% aller homo- und bisexuellen tatsächlich eine HIV-Infektion haben und weitere 70% ausschließlich „ Safer Sex“ praktizieren, wird hierbei nicht berücksichtigt. Weiterhin werden uns Klischees wie ein bestimmtes Äußeres und angebliche steroetypische Verhaltensweisen täglich, insbesondere durch die Medien, vorgesetzt. Regisseure und Drehbuchautoren halten sich für besonders originell, wenn sie schwule Männer als albern und extrem feministisch darstellen. Lesbische Frauen werden dahingegen gerne als maskulin und männerfeindlich präsentiert. Das sich in der Realität Schwule und Lesben nur in den seltensten Fällen durch bestimmte Charakterzüge von der Masse abgrenzen, scheint den Horizont ebendieser Autoren und Regisseure zu übersteigen. So definiert sich unsere tolerante und unter den Aspekten des Antidiskriminierungsgesetztes handelnde Gesellschaft.

Doch eine andere Welt ist möglich! Wo kein Wissen ist, entstehen Vorurteile.Für eine vielfältige und vielfältige Gemeinschaft ist es notwendig, sich dem (noch) Unbekannten zu nähern und ebendiesem mit Interesse, statt Abneigung zu begegnen. Deswegen fordern wir eine klischee- und vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität. Diskussionsrunden und/oder Vorträge bieten eine Möglichkeit, sich dem Thema zu öffnen und sich zu informieren. Doch auch jeder muss für sich daran arbeiten, homophobe Ansichten zu überwinden. „Schwul“ ist kein Synonym für etwas Blödes, es muss daher umgehend aus dem Repertoire der Schimpfwörter verbannt werden. Homosexuelle dürfen nicht länger diskriminiert werden! Gleichgeschlechtliche Liebe ist genauso schön, aufregend und intensiv wie gegengeschlechtliche. Homosexuelle fühlen, denken, lachen und weinen genauso wie alle anderen auch. Ausgrenzung, Mobbing und Hass sind daher unter keinen Umständen akzeptabel. Mit gewissen Gruppierungen, die Andersartigkeit nicht akzeptieren und sich mit Vehemenz für eine einheitliche Gesellschaft einsetzen, will sicherlich niemand auf eine Stufe gestellt werden. Öffnet eure Augen und euren Verstand – für eine bunte, aufgeschlossene und fröhliche Gesellschaft.

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