Bildung

Bildung als Grundlage für eine demokratische und ökologische Gesellschaft

Unsere heutige Gesellschaft krankt an den Symptomen des Kapitalismus. Privatisierung, Wettbewerb und Kürzungen bei Schulen, führen zu deutlichen Defiziten im Bildungssystem. Dabei ist der Bildungssektor der wichtigste Baustein, bei der Entwicklung einer modernen, demokratischen, weltoffenen, kritischen und ökologischen Gesellschaft.
Bildung ist kein statischer Faktor, sondern ein fließender Prozess im Leben eines Menschen. Damit dies aber realisierbar ist, muss die Politik die entsprechenden Weichen stellen.

Der wichtigste Punkt bei diesem Vorhaben, ist der Zugang zu einem qualitativ hochwertigen Bildungsangebot für alle Menschen in unserer Gesellschaft. Dabei dürfen keine Unterschiede, aufgrund der Einkommensverhältnisse, ethnischen Herkunft, Talente oder etwaiger anderer Benachteiligungen, gemacht werden. Nur wenn alle die Chance haben, sich zu bilden, können wir eine Gleichberechtigung innerhalb unserer Gesellschaft erreichen.

Bildung spielt in der Integrationsdebatte eine herausragende Rolle. Ein integrativer Prozess kann nur begonnen werden, wenn die Menschen mit Achtung und Engagement in unserem Bildungssystem aufgenommen werden. Es darf zu keiner Stigmatisierung ausländischer Mitbürger kommen. Und die voranschreitende Ghettoisierung muss gestoppt und rückgängig gemacht werden.

Förderung im Kindesalter

Im Kindergarten können wir den Grundbaustein, einer demokratischen, weltoffenen, ökologischen und modernen Erziehung, legen. Das Lernpotential ist im frühen Kindesalter enorm, sodass mit spielerischen Elementen die Förderung beginnen kann. Im Fokus soll hier die soziale Interaktion zwischen den Kindern, der Gleichheitsgedanke und eine frühe Sprachförderung, stehen. Die Ausbildung der KindergärtnerInnen muss auf diese Bedürfnisse ausgerichtet werden. Dabei muss jedes Kind das Anrecht auf einen kostenfreien Ganztagsplatz mit Versorgung im Kindergarten haben, und es darf zu keiner Ausgrenzung einzelner Gruppen kommen.

Schule als die wichtigste Zeit im Leben eines Menschen

Schulen dürfen nicht als Teilnehmer am Wettbewerb verstanden werden. Sie müssen, ihrem Bildungsauftrag entsprechend, finanziell ausgestattet werden. Nur so sind sie in der Lage, den SchülerInnen ein Bildungsangebot zu unterbreiten, mit dem wir eine gerechtere Gesellschaft formen können. Dieses Angebot muss so gestaltet sein, dass die SchülerInnen, die Schule als einen lebenswerten Ort akzeptieren. Schulen dürfen keine Lernfabriken mehr sein, sondern müssen mit der Technisierung unserer Gesellschaft Schritt halten, und die SchülerInnen darauf vorbereiten.

Wichtige Partner der Schulen sind Vereine und Organisationen, welche vor allem im Nachmittagsteil des Unterrichts eingebunden werden. Hier können verschiedene Talente durch Experten besondere Förderung erhalten. Aber auch die Einbindung von regionalen Unternehmen, zur Berufsorientierung muss fester Bestandteil der Lehrpläne werden. Den SchülerInnen muss früh vermittelt werden, welche Anforderungen die verschiedenen Berufsgruppen an sie stellen.

Deshalb befürworten wir ein gemeinsames Lernen von der 1. Klasse bis zur 10. Klasse, wobei danach die Möglichkeit besteht, das Abitur, auf einer weiterführenden Schule, abzulegen.
Die Schülerschaft ist keine homogene Masse, sondern besticht durch Individualität und Kreativität. Die Aufgabe der LehrerInnen ist es, die vorhanden Talente und Schwächen zu fördern bzw. zu minimieren. Bei den SchülerInnen soll das Bewusstsein für Probleme und Herausforderungen unserer Gesellschaft geschaffen werden. Es herrscht ein ständiger Austausch von Wissen zwischen den SchülerInnen, aber auch zwischen LehrInnen und SchülerInnen. Das Prinzip „Jeder-lernt-von-Jedem“ ist allgemeingültig.

Die Versorgung der Schülerschaft muss gewährleistet sein. Dabei dürfen die Eltern oder SchülerInnen nicht finanziell belastet werden. Dasselbe gilt für die Beförderung der SchülerInnen von ihrem Zuhause zur Schule. Hier muss eine angemessene Beförderungsdauer gewährleistet sein.

Die Lehrer sind die wichtigsten Bezugspersonen für die SchülerInnen. Deshalb muss ihre Ausbildung einem qualitativ sehr hohen Standard entsprechen. Dabei muss die schulische Praxis im Vordergrund stehen. Sie müssen in der Lage sein, mit SchülerInnen in angemessener und der Situation entsprechender Weise, zu kommunizieren. Die Ausbildung der LehrerInnen endet aber nicht nach dem Studium, sondern wird auch während der Berufsausübung weitergeführt. Der Stand des Lehrerberufes muss in unserer Gesellschaft wieder geschätzt werden. Sie sind die Personen, welche die SchülerInnen auf das Leben nach der Schule vorbereiten und nehmen erzieherische Funktionen wahr. Diese Verantwortung sollte sich auch in der Bezahlung der LehrerInnen widerspiegeln.

Universitäten und Fachhochschulen

Beide Ausbildungsstätten müssen finanziell in angemessenen Rahmen ausgestattet werden. Dabei muss der Zugang zu ihnen generell kostenfrei sein. Sie müssen eine weltoffene, demokratische, ökologische und moderne Lehre bereitstellen, in der für faschistische und rassistische Gedanken kein Platz ist. Die Vielfalt der Studiengänge muss erhalten bleiben, um den verschiedenen Talente und Interessen der Menschen gerecht zu werden. Die Hochschulen müssen demokratisch organisiert sein. Vor allem müssen alle Entscheidungen, die Studierenden betreffend, durch eine studentische Mehrheit mitgetragen werden. Deshalb muss den Studenten, in den verschiedenen Entscheidungsgremien in diesem Fall, ein Vetorecht eingeräumt werden.

Bildung nach Hochschule und Berufsausbildung

In jedem Beruf, sollte den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich weiterzubilden. Dafür sollte jedes Jahr ein festes Kontingent ein „Bildungstagen“ vom Arbeitgebern bereitgestellt und anerkannt werden, ohne Lohnabzug. Dadurch fördern wir das Interesse an Weiterbildung in unserer Gesellschaft. Und kommen unserem Ziel: „Lernen bis zum Lebensende“, näher.

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