Endhaltestelle Nahverkehr: Bus und Bahn ausbauen, nicht kaputt sparen

Die Bahn fährt in vielen Orten nur alle zwei Stunden. Das entspricht bundesweit dem größten Intervall. Auch der Busfahrplan in meist lückenhaft. Werktags ist der Busverkehr fast ausschließlich auf den Schülertransport beschränkt. Wochenends kann man schon von Glück reden, wenn um 15 Uhr noch ein Bus fährt. Jugendliche sind daher unumgänglich abhängig von den Eltern, die sie dann in die nächste Stadt bringen können.

Auch wirkt die Bundeshauptstadt oft näher als die Landeshauptstadt – zumindest, wenn man an einem vorpommerschen Bahnhof auf seinen Zug wartet. Um mit der Bahn vom östlichen Ende zum westlichen Ende von Mecklenburg-Vorpommern zu fahren, braucht man je nach Zugart 3,5 bis 5 Stunden. Nach Berlin aus fast allen Landesteilen nur maximal 2 bis 3 Stunden.

Neben einem zu geringen Takt und zu langen Fahrzeiten, stehen nicht einmal ausreichend Kapazitäten zur Verfügung. Wer von Stralsund aus in Richtung Rostock fährt, wird meist mit einem überfüllten Triebzug konfrontiert.

Was in unseren beiden Nachbarbundesländern, Brandenburg und Schleswig-Holstein, klasse funktioniert, ist bei uns nur flächenweise vorhanden. Die Rede ist von einem Verkehrsverbund. Mit VBB und Nah.SH haben wir gute Beispiele bei uns in der direkten Nachbarschaft, wie man Bus und Bahn sinnvoll vernetzen und trotzdem zu einem vergleichsweise niedrigen Preis anbieten kann. Etwas Ähnliches wäre auch für Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend vorstellbar.

Auch hinter den Kulissen des öffentlichen Personenverkehrs spielen sich unvorstellbare Szenen ab. So müssen Bus- und Bahnlinien europaweit ausgeschrieben werden. Dabei wird der Gewinner meist ausschließlich nach dem günstigsten Angebot ausgewählt. Sicherheit, Beförderungsqualität und die Rechte der Fahrer bleiben oft auf der Strecke.

Zugunsten der Fahrgäste und der Angestellten der Verkehrsunternehmen muss sich einiges ändern. Die Landkreise, das Land und der Bund müssen dringend mehr Geld für den Personenverkehr bereitstellen. Es gilt mehr Wagenmaterial zu beschaffen und den Takt zu verdichten.

Wir als linksjugend [’solid] fordern daher:

  • Die bessere Anbindung von ländlichen Regionen, auch am Wochenende, sowie eine Mindestverdichtung des Bahntaktes auf eine Stunde
  • Ausbau des Bahnnetzes zur Verbesserung der Verbindung zwischen beiden Landesteilen
  • Einen MV-weiten Verkehrsverbund
  • Die Bevorzugung von örtlichen Unternehmen bei Netzausschreibungen

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